Leon neschle 54 (10. Woche 2009)

Das ADIDAS-Prinzip und die Main-Stream Lemminge

Wo een Hund an pisst, pisst se aal an. Un wende Baum kaputt goat.

(meine Oma)

„Fastenzeitstimmung“ klingt fast wie „Fast-Endzeitstimmung“.

(ich selbst)

Der Herdentrieb ist ein wichtiger Verstärker der Finanzkrise. Nun aber, bei deren Bekämpfung, weiß die aufgescheuchte Herde nicht, in welche Richtung sie laufen soll. Während die einen mehr ausgeben, fahren die anderen Sparkurs. Herdenpanik?

Es klingt seltsam: Der Herdentrieb hat uns in die Finanzkrise geführt. In der Krise brauchen wir ihn, um wieder herauszukommen. Doch jetzt scheint er auszubleiben!?

Der Herdentrieb hat merkwürdige Wirkungen. Er hebt und senkt zugleich das Risiko der Herde in Abhängigkeit davon, wohin die Herde zieht. Wenn dieser Trieb für das menschliche Tun gilt, muss der Mensch im Denken den Herdentrieb vermeiden. Sonst besteht höchste Gefahr für die Herde. Doch wo man hinsieht: Überall werden Kampagnen gefahren, denen die Herdentiere hinterherlaufen, und überall gilt das Adidas-Prinzip: Anders denken ist das Aller-Schlimmste!

A. Von Rudeln und Herdenpanik

Meine Hündin Lucy macht es wie die Wölfe. Sie bildet bestenfalls Rudel, obwohl bei Rudelbildung meist wenig Bildung im Spiel ist, wie man vom Fußball weiß. Ein Rudel macht allenfalls einen Raubzug, eine Herde macht gleich einen Feldzug. Das klingt harmloser, ist aber schlimmer. Oder die Herde dreht durch und stampft in einer Stampede alles kurz und klein. Ich zi-Tiere da mal aus Wikepedia:

„Unter einer Stampede oder Herdenpanik versteht man einen spontanen Zusammenschluss von (meist wilden) Tieren, der plötzlich zusammen zu laufen beginnt, ohne einen erkennbaren Grund oder eine eindeutige Richtung. Diese Zusammenschlüsse bestehen allerdings oft nicht nur aus Tieren einer Art, sondern auch aus verschiedenen Tierarten, wie z. B. Zebras und Gnus.

Eine große Stampede ist in der Lage, alles in ihrem Weg zu zerstören. Bei Nutztieren versuchen die Halter, die sich bewegende Herde hinter sich selbst herlaufen zu lassen, so dass die Tiere sich lediglich im Kreis bewegen, anstatt sich selbst zu gefährden oder gar zu töten, z. B. durch das Laufen über eine Klippe oder in einen Fluss. Auch Menschen, Eigentum und Siedlungen können so geschützt werden.

Im englischen Sprachgebrauch bezeichnet der Begriff Stampede auch die Massenpanik einer Menschenmenge.“

(Danke Wikipedia!)

Ohne erkennbaren Grund, ohne eindeutige Richtung. Nur laufen, laufen, laufen. Und dabei auf nichts achten. Nur treten, treten, treten. Und welche Lösung wird uns da aus dem tierischen Bereich angeboten? Lassen wir die Herde im Kreis laufen, um Menschen, Siedlungen und Eigentum zu schützen!? – Im Kreis läuft die Herde doch derzeit sowieso, doch nichts wird dabei geschützt. Im Gegenteil! Denn dieser Kreislauf führt über unser Terrain! Und einige laufen dem Kreis entgegen. Deshalb gibt es sogar gefährliche Zusammenstöße.

Eine Panik bekämpft man am besten dadurch, dass man nicht panisch ist, sondern ruhig und gesittet dem Ausweg zuströmt. Völlig falsch wäre es, wenn einige oder gar viele dem Strom der Auswegsuchenden entgegenlaufen. Trotzdem tun das derzeit viele. Die einen raten zum Ausgeben und tun das auch, die anderen verordnen sich und anderen einen strengen Sparkurs. Angela schüttet das Geld aus und man weiß nicht, ob es ein Füllhorn des Guten oder die Büchse der Pandora ist. Dagegen werden Kurzarbeitsschichten gefahren und Lohnerhöhungen verschoben, womit weniger Geld da ist, das man ausgeben kann.

Für die Sparkursfanatiker scheint zu sprechen, dass mit den Mehrausgaben Angelas eine Krise bekämpft wird, die selbst durch kreditfinanzierte Mehrausgaben verursacht wurde. Kurzsichtige Amerikaner haben nicht gesehen, dass sie auf lange Sicht über ihre Verhältnisse leben. Dasselbe tut ihr Staat schon lange! Und was tun wir jetzt?

Obama predigt nun die Hoffnung, das Letzte, was einst aus Pandoras Büchse kam, um seine Herde aus der Panik zu kriegen, alle hinter ihm vereint. Bei seinem „Yes, we can!“ hat er jedoch vergessen, die Herde in die richtige Richtung zu leiten. Denn der Amerikaner versteht unter der von Obama gepredigten Rückbesinnung auf amerikanische Tugenden: Wir können so weitermachen wie bisher, nur mit noch mehr amerikanischer Tradition. Das heißt bei Rambo, immer wieder aufstehen. Immer wieder sagen „Es geht doch!“ oder „Es geht doch!“. Und dann drauf im selben Stil, nur noch härter gegen sich und andere.

Aber Obama hat etwas vergessen! Sein zweiter Wahlspruch „Change!“ ist mit seinem Amtsantritt untergegangen, so als sei schon damit genug Veränderung im Land der nun begrenzten Unmöglichkeiten.

Sein kompletter Wahlspruch müsste lauten: „Yes, we can change!“ Doch genau das bleibt abzuwarten. Denn Obama wird jetzt sogar von der konservativen Opposition beklatscht, weil vom „Change“ nur noch in dem Sinne die Rede ist, dass Amerikaner wieder „amerikanischer“ werden müssen. So wie sie es waren, als es ihnen noch besser ging, am besten so wie in der Pionierzeit, nur dass sie jetzt den Indianern das Land nicht mehr wegnehmen müssen.

Falsch! Wir haben andere Zeiten! Und das Klima macht nicht vor New Orleans und Kalifornien halt. Selbst wenn der Ruf „Yes, we can!“ noch trotziger rüberkommt: Die Amerikaner müssen nicht mehr so amerikanisch werden wie in der Pionierzeit. Im Gegenteil: sie müssen unamerikanischer werden. Erst wenn die Herde diese Richtung nimmt, wird es vorerst vorbei sein mit der Herdenpanik, mit der sich Europa und Deutschland schlimm infiziert haben.

Aber bei den letzten Reden von Obama hat der sensitive Hörer gemerkt: Obama selbst hat damit ein anderes „Change“ eingeleitet. Einen Wechsel in die konservative Rückbesinnung auf das Amerikanertum der Siedler, Farmer und Cowboys. So wird die Welt in ihrer Hoffnung auf Obama enttäuscht werden. Wird er wie nun jeder x-beliebige Bush-Verschnitt?

B. Unser Leben mit dem Herdentrieb

„Jeden Tag wird eine neue Sau durchs Dorf getrieben!“ Das ist die Empfindung, die viele heute bei den wechselnden Kampagnen haben. Was heute richtig ist, ist morgen falsch. Unser Finanzminister hat gestern noch die alte Fahrtkostenpauschale als nicht finanzierbar hingestellt. Heute meistert er das Zigfache ohne Stirnrunzeln. Woran soll der Mensch sich da orientieren? An wen und was soll er noch glauben?

Eine Bundesregierung, die gestern noch die Datenhehlerei aktiv unterstützt hat, spielt heute heiliges Entsetzen über zunehmende Datendiebstähle. Sie schreit nach Datenschutz, „schäubelt“ aber an anderer Stelle mit Online-Durchsuchungen.

Doch egal, wohin es geht: Immer ist alles Kampagne. Meist das Gegenteil vom Geschwätz von gestern. Die Presse-Kampagne spielt dabei eine wichtige Rolle. Wer da hineingerät wird platt gemacht. Da macht die Presse ihrem Namen Ehre.

Lucy, meine Hündin, kann sich noch erinnern: Passend zur Kampfhundverordnung wurde jeden Tag zuvor ein Kind von einem Hund zerrissen, eine Frau entstellt und ein Mann verletzt. Die Presse presste solche Fälle in ihrer Kampagne gezielt heraus, dramatisierte die allermeisten davon und brachte sie gleich mehrfach mit Kommentar und Kommentar vom Kommentar. Heute hört man kaum mehr etwas davon. Nicht weil sich viel verändert hätte. Diejenigen, die schon früher gegen die ordentliche Hundehaltung verstoßen haben, werden vom Gesetz gar nicht erreicht. Aber die Kampagne ist lange zu Ende. Doch irgendwann, wenn keiner mehr dran denkt, wird es wieder eine solche Kampagne geben.

Wenn ich selbst von Journalisten um ein Interview gebeten werde, kann ich sicher sein, dass gerade eine Kampagne läuft. Niemand will von mir wissen, was ich selbst für ein wichtiges Thema halte und wo ich anders denke als der Zug der Lemminge. Das Thema gibt immer der Journalist vor. Scheinbar! Denn irgendwie bestimmt es die Kampagne selbst, von der niemand weiß, wie sie entstanden ist.

Das Erstaunlichste ist also nicht einmal, dass fast jede Woche (ein Tag ist da sicher zu wenig!) eine andere Sau durchs Dorf getrieben wird, sondern dass ihr jedes Mal alle hinterlaufen. Bei der neuen wöchentlichen Sauhatz ist die vorherige dann schnell vergessen. Der Druck der Presse ist schnell und gleichzeitig, doch nie nachhaltig. Man könnte ein Seifenkisten-Theorem dafür aufstellen: Ein Thema wird angeschoben, erreicht dann seine höchste Beschleunigung und läuft am Ende irgendwie aus.

Irgendeiner gibt das Startsignal und eröffnet die Hatz. Häufig sind die Leser dabei in Bild, vorn auf der Tittenseite, wie diese Dank der dort vorzugsweise abgedruckten Bilder heißt. Die anderen hetzen nach und heizen ein, ehe das Ganze journalistisch ausgereizt ist und dann irgendwie wieder einschläft, ohne dass man die Sache weiter verfolgt. Die Exklusivität eines Presseorgans beruht auf der Wahl von anderen Bildern und anderen Interviewpartnern sowie Eigenheiten des eigenen Kommentars.

Dabei liegen jede Menge große Themen auf der Straße und Irrwege gibt es zuhauf. Doch solange kein Autorisierter diese Themen zur (Presse-)Kampagne erklärt, greift sie kein Journalist auf. Wenn der Leithammel versagt, versagt daher die ganze Herde. Schafsinn ist eben weiter verbreitet als Scharfsinn. Auch im Journalismus.

C. Herdentrieb bei Börse und Investments

Der menschliche Herdentrieb ist weit verbreitet, aber bei weitem noch nicht perfektioniert. An der Börse wird er daher durch automatische Computerhandelssysteme noch verstärkt und verbessert. Die automatischen Systeme denken nicht nach. Sie verstärken Trends in jede Richtung, ohne zu fragen, warum ein Trend entstanden ist. Schon eine „Tendenz“ genügt, den Herdentrieb zu aktivieren.

Mit einem Witz lässt sich diese Situation am besten beschreiben:

Ein Investment-Banker kommt an die Himmelspforte und bittet Petrus um Einlass. Der verweigert ihm diesen mit dem Hinweis, die Abteilung für Investment-Banker sei bereits überfüllt (Weiß der Himmel warum! Wahrscheinlich wurde sie mit Bedacht sehr, sehr klein gebaut.). Doch der Investment-Banker lässt nicht locker: „Einen Satz, lieber Petrus, lass mich meinen Kollegen bitte sagen dürfen.“ Petrus ist einverstanden. So stellt sich der bekannte Investment-Banker vor seine Kollegen und verkündet: „In der Hölle ist Öl gefunden worden!“ Flugs geht der Zug der Lemminge in die Hölle, die Herde zieht zum Flammenherd. „Nun“, spricht Petrus, „ist hier ja alles frei. Du kannst jetzt Deinen Platz im Himmel finden.“ „Ja Petrus, auch wenn Du enttäuscht bist: Es könnte wirklich was dran sein am Gerücht mit dem Öl!“ Spricht’s und folgt den anderen in die Hölle.

Das ist Wahnsinn, warum geht er denn in die Hölle – Hölle, Hölle, Hölle? – Das Fatale an der Börse und bei anderen Investments ist: Solange alle in die falsche Richtung gehen, profitiert man sogar davon, dass man den falschen Weg mitgeht!!! Entscheidend ist nur, dass man bei den ersten ist, die merken, dass es wieder in die andere Richtung geht. Bei Herdenverhalten wird das Anreizsystem des Marktes pervertiert.

Unter Berücksichtigung des Herdentriebs ist die Börse nicht mehr effizient: Das würde es bei einem effizienten Anreizsystem nicht geben: Man hat Vorteile, wenn man schnell genug, aber wider besseres Wissen der Herde auf ihren falschen Weg folgt, vorausgesetzt, man ist bei den ersten, die merken, dass und wann die Leithammel ihren Irrtum bemerken. Die effiziente Koordination am Markt durch die schnelle Verarbeitung neuen Wissens, wird durch den Herdentrieb ausgehebelt.

Statt neuen Wissens kommt folgende Information in die Kurse (Preise): Ohne dass ich es weiß oder auch sonst irgendwie Gedanken gemacht habe, glaube ich den Leithammeln mal. Diese Zustimmung schlägt sich in den Preisen nieder und stärkt den von den Leithammeln ausgelösten Trend, ohne dass wir insgesamt schlauer sind. Die eigentliche Effizienz der Marktwirtschaft liegt aber gerade in der effizienten Verarbeitung unterschiedlicher (fundamentaler) Fakteninformationen.

Das Ganze zeigt Parallelen zu Modewellen. Auch dort kauft die Herde massenhaft nur bestimmte Sachen, die hip oder in sind. Die Folge: Überhöhte Preise für die Modeteile. Hat sich die Modewelle aus nicht erkennbaren Gründen totgelaufen, brechen die Preise gerade für die eben noch modischen Waren in sich zusammen und liegen unter den Preisen für modeneutrale Ware. Wer dann bei den Letzten ist, die auf die Welle aufgesprungen sind, der hat sicher zu teuer gekauft.

Dem Herdentrieb folgend treffen auch viele VC-Gesellschaften ihre Investmententscheidungen. Folgt man einem Leitinvestor, der früher große Erfolge und ein goldenes Näschen hatte, so macht Profit, wenn man bei den ersten ist, die mitmachen, und bei schwindendem Erfolg bei den ersten ist, die herausgehen.

Nachhaltigkeit kennt ein solches Herdenverhalten nicht, nur ein tierisch schnelles Rein-Raus-Spiel. Schon der nur andeutete Ausstieg eines Leitinvestors ist ein Alarmzeichen. Da braucht man nicht nach den Gründen fragen. Man verliert auch, ohne diese Gründe zu kennen, wenn man wartet: Also nichts wie raus! Da aber der Ausstieg beliebig motiviert sein kann, sterben so auch gesunde Firmen, die eine große Zukunft haben könnten.

So könnte ein Leitinvestor sein Geld nur wegen eines kurzfristigen Liquiditätsmangels aus einer Unternehmung herausziehen, weil er ganz woanders Verluste erlitten hat und der Kurs wegen einer guten Performance gerade günstig ist. Aber wissen das die anderen Investoren? Können sie das bei der geringen Reaktionszeit noch in Erfahrung bringen? Nein! Also ersetzt hektische Betriebsamkeit die geistige Windstille. Man folgt dem Leitinvestor, weil es das Schlimmste wäre, der Letzte zu sein. Wie sagte noch eine deutsche Bank: Vertrauen ist der Anfang von allem! Der Verlust von Vertrauen aber auch das Ende davon!

D. Empfehlungen für den nachhaltigen Erfolg

Hallo, verehrte Hammelherde! Was kann man da machen, wenn der Schafsinn den Menschen mehr umtreibt als sein Scharfsinn? Und wenn der hundsgemeine Schafsinn auch noch Gewinne bringt, falls die blödsinnigsten Schafe nur schnell genug sind? Was lässt sich dagegen tun:

  1. Man kann zur Vorsicht mahnen! Doch Leute mit erhöhtem Selbstbewusstsein erreicht man damit nicht! Frönt man nämlich dem Schafsinn, ist man vielleicht einmal nicht mehr schnell genug oder zuckt zu früh. Dann geht es wie beim Billy the Kid-Verschnitt. Der beißt schließlich ins Gras, wie es sich für ein Schaf auch eigentlich gehört.

  2. Man kann automatisierte Nichtdenker verdammen oder verbieten! Börsensysteme, die geistlos und automatisch beliebigen Trends folgen, zerstören mit dem eingebauten Herdentriebsyndrom den Marktmechanismus. Sie schaffen künstlich und grundlos Blasen und Tiefpunkte. Wenn der Marktmechanismus effizient arbeiten soll, muss er den wertvollen Informationen der Fundamentaldaten folgen, muss er das in der Volkswirtschaft zu jeder Zeit vorhandene Wissen verarbeiten. Reine Trendfolger führen das System ad absurdum, schaffen ständige kampagnenartige Übertreibungen. Sie zerstören die marktwirtschaftliche Wissensverarbeitung.

  3. Menschlichen Herdentieren und Nichtdenkern sind 20% selbstdenkende Außenseiter beizumengen! Die denken nicht daran, der Herde zu folgen, wenn sie die keine fundamentalen Gründe dafür kennen oder sie nicht verstehen. Angesichts der Zunahme und Automatisierung des Herdentriebs werden aber schon diese 20% schwer zu finden sein. Doch wir brauchen sie dringender denn je! Sonst zerstört sich dieses System selbst.

Der Herdentrieb hat die Welt fest im Griff. Läuft eine menschliche Herde erst einmal, heißt sie „Bewegung“. Dann brauchen wir Menschen, die gegen den Strom schwimmen und zur Quelle finden. Denn sobald eine „Bewegung“ da ist, wird das Gehirn jedes einzelnen Herdenmenschen ausgeschaltet.

Um aus der gegenwärtigen Krise herauszukommen, die längst ihr drittes Stadium erreicht hat (1. Subprime-Krise; 2. Finanzkrise; 3. Wirtschaftskrise; 4. Sozialkrise?), wäre es allerdings gar nicht so schlecht, wenn wir bei möglichst vielen Herdenmenschen das Gehirn ausschalten. Hoffen müssen wir inständig, es sind nicht die Falschen! Denn wo uns der Herdentrieb hingeführt hat, kann nur er uns herausführen.

Also Schluss mit den Widersprüchen, wo die einen sparen und die anderen ausgeben. Derzeit müssen wir alle ausgeben, sagt zumindest Herr Keynes, dem diese Herde schon lange nicht mehr geglaubt hat. Doch in dieser neuen Kampagne führt er die Herde an. Hoffen wir, dass er sie nicht „anführt“. Wir Deutschen haben uns oft von einem Anführer einfach anführen lassen. Da steht der Gröfaz nicht einmal allein da! –

 

Es lebt auf dieser Erden hier,

sogar der Mensch als Herdentier.

Weil an der Börse sich’s rentiert,

hat man’s dort automatisiert.

Gefolgt wird blitzschnell jedem Trend,

selbst wenn man nicht die Gründe kennt.

 

So schafft man Blasen, die dann platzen,

und uns das Leben hier verpatzen.

Wer ohne Ahnung sich entscheidet,

der Preise Leitstern uns verleidet,

Information soll’n die enthalten!

Doch wie, wenn nur die Schafe walten?

 

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3 Responses to “Leon neschle 54 (10. Woche 2009)”

  1. Neschle selbst Says:

    Liebe Leser!

    Einen Fall von Herdentrieb zeigt auch der Neschle-Zähler. Obwohl der meistgelesene Blog sehr speziell ist und anfangs nur eine kleine Gruppe “intensiv” interessiert hat, wählen viele diesen Blog nur deshalb, weil ihn so viele andere gewählt haben.

    Diese Wahl ist in den meisten Fällen nicht bestimmt von einer eigenen sachlichen Einschätzung. Und so entsteht eine “Blase”, bei der dieser Blog deutlich überbewertet wird. Er erntet Starruhm, der ihm nicht gebührt. Denn es gibt sicher Blogs von allgemeinerem Interesse und Blogs, die aufregender sind und brillanter formuliert.

    Wo aber sind die? Die Qualitätsinformation wird vom Trendverhalten der Clicker verzerrt! So ist es auch bei den Börsenkursen, vor allem wenn automatische Handelssysteme regieren.

    Insolvenz und Kurseinbruch*

    wünscht gegen den Trend

    Euer Neschle

    * Die Segler wünschen sich ja auch “Mast- und Schotbruch!”

  2. Balumbi Says:

    Ich nehme es vorweg, ein Teil meines Leben wird den Tieren der Natur gewidmet sein, deshalb kann ich nur mit niedrigen Instinkten antworten! Von Herdentrieb und Wölfen, alles zerstörender Kraft in eine Richtung laufend (falsche?) ist die Rede. Nun…manche Menschen sehen im Herdentrieb nur negative Aspekte. Fast alle Menschen eigentlich. Warum? Es droht der Lemminge- Komplex, in der ersten Annahme. Wer hat die Herde zunächst scheu gemacht? Womit und warum kann er (der Auslöser) die Brachialgewalt nicht zügeln? Er kennt sich mit den Kräften nicht aus. Hebelwirkung und Masse (Beschleunigungsgesetze). Sehen wird den Trend umgekehrt, also nicht so sehr die Bärenphilosophie od. Baisse, wir drehen gekonnt den Spies und geben eine Hausseerichtung vor, allso Bullenphantasie. Positivertrend, damit im Wettlauf nicht zuviele auf der Strecke bleiben und nur die Besten ins Ziel gelangen, spalten wir bei dem “Run” einen od. mehrer Teile der Herde ab. Die einen benötigen Verschnauf, die anderen mehr Wasser und wieder andere sind einfach zu klein u. schwach um ständig mitzulaufen (wohin wissen ja nur die wenigsten), andere sind einfach zu krank (die laufen erst gar nicht mit, verlassen sich auf beseres Wetter od. soziales Verhalten der Herde). Also kommen die Besten freudestrahlend ins Ziel und verbreiten Optimismus (versprühen diesen sogar). Die Schwachen werden stärker in der Zwischenzeit, die Kranken etwas quirliger. Einzig das Ärzteteam und der Totengräber hat bei diesem Weg Grund zum Pessimismus. Es kommen mehr durch. Freude wirkt sich halt positiv aus im Leben.

    Nicht jeder Weg der Herde führt ins Chaos, manche zur Erleutung und hin u. wieder zu mehr Lebensqualität u. Wohlstand.

    Die Personen die bei Herdenläufen gleich negativ denken, bleiben am besten zunächst “getrennt” vom Rest der Herde und unter sich als die die bereit sind Herausforderungen anzunehmen. Natürlich kann das “schweinchenschlauzurückbleiben” am Anfang sich positiv auswirken, aber was wenn zwischen den Herden zuviel verbranntes, weil zertretenes Land liegt und der Weg zueinander versperrt bleibt?

    Ich meine, es kommt immer auf die Leithammel der Herde an. Es gibt Gute und weniger Gute. Aber eigentlich nie schlechte auch wenn man das häufig suggeriert und einigen anhängt wie ein Türschild. Nur Schelme denken, wenn erst die meisten über die Klippe sind, ist der Aufprall für die hinteren die nachlaufen weicher. Das ist Unfug! Die die ganz vorne laufen, sehen ja wohin es geht! Sind nicht geblendet von Lärm und Staub und Hieben der Vorläufer. Also, nur ein blödes Rindvieh läuft ins Verderben und sieht im Herdentrieb eher negative Aspekte.

    Wenn die Lebensmittelkette Aldo Premium Champagner anbietet für 7,- Euro (Moeet Channf.) die Flasche, heißt das noch lange nicht das Konkurrent Nettos den für weniger als 26,- Euro anbietet (unverbindlicher Preis des Hersteller) od. ich den anderen etwas übriglassen muß. Es gibt für 5,- Euro auch Sekt! Die anderen können halt etwas länger schlafen, dass Angebot ist ruckzuck vergriffen. Anstoßen kann man mit beiden, merken tun den Unterschied nur wenige. Alles eine Frage des persönlichen Geschmack, wie ich finde!

  3. Balumbi Says:

    und wie ich heute lese und auch verstärkt in den letzetn Tagen, droht ein “double dip” (Nein, nein…kein neue Soße von einem Nudelod. Mc Burgerhersteller, dachte ich auch erst muß ich gestehen), es droht in den USA eine neue Rezession, es wird offen darüber diskutiert. Jetzt kommt es auf die Leitbullen an…..die Wege zu stellen. Ich sprach von unüberbrückbaren Wegen dazwsichen im Posting zuvor. es sind zuvile zurückgeblieben um nicht zu laufen! Siehe Finanzen EU….. angeblich soll uns eine Rezession USA nicht belasten. Ich schnalle mir eh schon fast jeden Tag die Spikes unter die Hufe!

    Ich überlege ernsthaft: Wenn die Rezession milde abgefedert wird und geeignete Maßnahmen (Konzepte) aufgetafelt werden (und nicht alter Brei in neuen Näpfen) welches die Menschen verdauen können, würde doch der Begriff “double dip” ein Renner werden. Sollte man sich nicht den Namen sichern dafür, für eine z.B. Chilisoße??? Balumbi würde davon langjährig profitieren…man muß eben “brennen und feuerspeien” um als DIE ECHTEN LEIT-BULLEN wahrgenommen zu werden. Vom stehen in der Kälte bekommt man nur kalte Füße…..wie das endet wissen wir ja.

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