Posts Tagged ‘Bildung’

Leon Neschle 82 (49. Woche 2014)

Montag, Dezember 1st, 2014

Make-up und Wettkampfvorbereitung als allegorische Bildungsbeihilfen

Mein Hund ist gut ausgebildet, aber nicht gebildet. (Neschle)

Es gibt kein englisches Wort für Bildung. Education meint Ausbildung. Der Bologna-Prozess verurteilt auch uns zur Ausbildungspolitik. Doch unsere Politiker nennen es immer noch „Bildungspolitik“. So schwindeln sie mit dem Etikett „Bildung“. (Neschle)

Studierende haben es nicht leicht heute. Man wirft ihnen Passivität vor, eine „Kultur der prüfungstechnischen Abklärung“ (Was genau soll ich tun, um die Klausur zu bestehen?) anstelle des „Willens zur inhaltlichen Aufklärung“. Sie seien Punktesammler ohne tieferes Interesse für ein tiefgründiges Verständnis ihres Fachs. Sie ließen lieber eine vorgefertigte Ausbildung über sich ergeben, statt sich mühevoll selbst zu bilden und sich als Unternehmer ihrer Talente zu sehen. Ihre einzige Aktivität sei die Suche nach einem, der sie passiv ausbildet: Nach-Denken in einer intellektuellen Hängematte statt Vor-Denken als geistige Herausforderung.

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Au … Aufschrei 57

Samstag, August 18th, 2012

Erst mit Ausbildung das Aus für Bildung, jetzt mit Bildung das Aus für Ausbildung?

Von der Einbildung, mit der Bachelor-Ausbildung Bildung zu machen

„Rektoren halten Bachelor als Abschluss für gescheitert“, liest Neschle staunend am 15. August 2012 beim Morgenkaffee als Schlagzeile in seiner Lokalgazette. Und weiter vom neuen „Chef“ der Hochschulrektorenkonferenz: „Eine Universität muss mehr leisten als Ausbildung, nämlich Bildung. Das tut sie mit dem Bachelor nicht“.

Für Neschle ist das nichts Neues. Er hatte vor mehr als fünf Jahren mit dem Start dieses Blogs (Leon Neschle 1) darauf hingewiesen und den Master dabei gleich eingeschlossen. Denn beide Modelle fußen auf demselben verschulten Ausbildungskonzept. Doch während es die Rektoren nun offenbar teilweise verstanden haben, feiert Bildungsministerin Schavan das Konzept immer noch als „Beispiel für eine europäische Erfolgsgeschichte“. Worin aber soll dieser Erfolg liegen im Urteil einer Bildungsministerin, die schon monatelang guttenbergt, weil peinliche Plagiatsvorwürfe zu ihrer Doktorarbeit noch ungeklärt sind[1]?

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