Die Bologna-Blöden: Verschulung der Lehre, Leere durch Verschulung.
Es gibt einen Unterschied zwischen Bildung und Ausbildung, der nicht nur Einbildung ist. (Leon Neschle)
Mit Leon Neschle 1 „Bachelor und Master: Gesellen und Meister für die akademischen Zünfte“ hat dieser Blog im Februar 2007 angefangen. Das war kein Zufall! Neschle war in Sorge um die akademische Bildung in Deutschland. Mit Leon Neschle 32 „Zwei-Master, Drei-Master, Vier-Master segeln im rosaroten Bildungs-Mehr“ hat er Ende 2007 nachgelegt, um weitere Auswüchse des Mehrfach-Masterns und des Bachelorismus anzuprangern. Fast drei Jahre hat es gedauert, bis sich in Studentenprotesten vieles davon wiederfindet. Studenten und Professoren haben auszubaden, was bornierte und nun auch blamierte Bildungspolitiker ihnen auferlegt haben.
Wie sich Bologna-Blödheit auswirkt (aber auch wie man sie bekämpfen kann), konnte Neschles Alter Ego auf einem Seminar über „Managervergütung und Managerhaftung“ erfahren, das er am letzten Wochenende (Freitag bis Sonntag) mit einem Sponsor aus der Praxis an einem auswärtigen Tagungsort abhielt:
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Noch ein Sündenbock für die Finanzkrise: die universitäre Lehre!
Den größten Fehler, den wir jetzt machen könnten, wäre die Schuld beim Trainer zu suchen.
(Karl-Heinz Körbel, Fußballtrainer in der Bankenmetropole Frankfurt)
Ein wenig verschmitzt begrüßten sie mich schon meine Studenten: zu einem Crash-Kurs über Finanzmanagement. Wie es sich für einen Crash-Kurs gehört, gab es den Zusammenstoß gleich zu Anfang: „Müssen Sie angesichts der Finanzkrise nicht ihre gesamte Lehre verändern? Müssen die Lehrbücher nicht neu geschrieben werden?“, war die diabolische Begrüßungsfrage. „Nein, ganz und gar nicht“, lautete meine für die Studenten überraschend provokative Antwort.
Alle dachten nämlich, ich würde nun Asche über mein Haupt streuen (müssen). Doch ich machte das Gegenteil: Keine Selbstkritik des Wissenschaftlers, keine Verantwortungsübernahme für die Finanzkrise? Nicht Schimpf und Schande auf das, was wir den Studenten seit Jahren beibringen. Nein!
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Eure Exzellenz? – Das ist nicht meine Exzellenz!
Was der Exzellenzinitiative deutscher Universitäten am meisten fehlt, ist die Exzellenz dieser Initiative.
(Neschle)
Der aktuelle Leitspruch deutscher Universitäten ist: „Wir wollen fortan absolut exzellent werden und künftig nur noch ex-Elend sein!“ Je mehr man hierzulande so denkt, umso mehr wird getan, um diese Exzellenz zu verhindern. Und das auch noch mit keinen Mitteln, jedenfalls nicht mit solchen, die mit einer amerikanischen Vorzeigehochschule vergleichbar wären. Was Harvard während der Subprime-Krise an Vermögenswerten verloren haben soll, nämlich etwa 8 Mrd. Euro, kann keine deutsche Hochschule verlieren, weil sie nicht einmal annähernd so viel hat.
Daher ist an deutschen Hochschulen seit einiger Zeit der Kampf um „Drittmittel“ ausgerufen, um Geld, das „Private“ den Universitäten für Forschung und Lehre zur Verfügung stellen („sollen“). Zudem fördert nun auch der Staat ausgesuchte Hochschulen, falls diese die von ihm vorgegebenen Güte-Kriterien der „Exzellenz“ erfüllen. –
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Das lange Sterben des ganzen Satzes
Sprichst Du nur noch Power Point?
Gänze Sätze? War mal. Ist nicht. Nicht mehr. Heute: Power Point! – Was Power Point? – Ist in! Und Power Point ist, wenn schon hinter einzelne Wörter oder halbe Sätze ein kraftvoller Punkt. – Pardon: gesetzt wird. Oder ganz ohne Punkte. Ein Stakkato hinter Spiegelstrichen.
Es ist wie „Pochern“[1] auf seriös getrimmt. So wie Oliver Pocher spricht, nur schöner aufgemacht. Fast immer aber schlecht geordnet, miserabel gegliedert, ungewichtet und in einfache Schemen gepresst. Gut lesbar? Ja sicher. Absolut! Schöner Ausdruck mit sehr bildlichem Eindruck. Das ist das Wichtigste! Dazu amerikanisierter Sprachstil. Im Vortrag dann sowieso. ->> Weiterlesen
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Formel 1 ersetzt Straßenverkehr
Das Schiff hat Schlagseite. Wir können es nur wieder aufrichten, wenn wir alle auf dieselbe Seite gehen
(Willi Entenmann, Ex-Trainer des VfB Stuttgart)
Neulich in Düsseldorf: Eine Diskussion unter Bankern über die Subprime-Krise. Neschle hatte in zwei Essays schon eine ganze Kollektion von Ursachen dafür genannt (Neschle 33 und 41). Die wurden dort zum Teil erwähnt. Aber die Übertragung der Krise nach Deutschland wurde durch weitere Ursachen ergänzt, die auf intimen Kenntnissen beruhen: „Da kommen die Verträge an mit drei Ordnern ‚Allgemeine Geschäftsbedingungen’. Auf Englisch! Ja meinen Sie, die liest einer hier durch? Wir vertrauen da den amerikanischen Kollegen und den Rating-Agenturen.“ Oder: „Wer hebt denn in Deutschland den Finger und fragt nach? Da gibt man sich die Blöße, vom modernen Banking nichts zu verstehen. Modernes Banking ist für die meisten von uns identisch mit dem amerikanischen. Da denkt keiner mehr nach. Aber das ist in der Wissenschaft doch nicht anders. Auch die ist ja völlig amerikanisiert.“ Fast hätte Neschle noch hinzugefügt: „Was aus den USA kommt, wird hier doch gefressen wie Hamburger aus den Donald-Stuben“(Neschle 36). ->> Weiterlesen
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Große Architekten „verbauen“ sich in Denkmälern
The neurotic builds castles in the air, the psychotic lives in them, and the psychiatrist collects the rent.
(Anonymous)
Zu dem obigen Spruch gibt es eine Steigerung: Es gibt Neurotiker, die dürfen ihre „Schlösser“ auch auf der Erde bauen. Dafür lassen sie sich von anderen Neurotikern bewundern und die Psychiater gehen leer aus. Der Kern ihrer Neurosen ist: Gebäude müssen ein Denkmal setzen, für den Bauherrn oder besser noch für den Architekten selbst. Sie dürfen sich aber auf keinen Fall bewohnen oder nutzen lassen. Bauwerke werden nur dann wirklich berühmt, wenn sie faktisch zu nichts zu gebrauchen sind. Das haben schon die Cheops-Pyramide oder der Koloss von Rhodos gezeigt. Auf diese Einsicht kann man wirklich bauen. Nur Brücken sind davon irgendwie ausgenommen, sonst wären es ja keine Brücken. ->> Weiterlesen
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Ökonomische Verblödung in Deutschland als Griechische Tragödie
„Deutsche sind Wirtschaftslaien.“
(Fred. B. Irwin, Chef der US-Handelskammer in Deutschland)
Mehrmals im Monat besucht der Chef der US-Handelskammer in Deutschland, Fred B. Irwin, verschiedene Schultypen in Deutschland: „Ich bin jedes Mal erstaunt, dass Wirtschaft nirgends ein Unterrichtsthema ist“, stellt er fest. Er erfährt dort auch, dass Selbständigkeit für deutsche Schüler keine berufliche Alternative ist. Ihre Ängste werden gefördert von ihrer ökonomischen Ahnungslosigkeit: „Hat man keine Ahnung von Wirtschaft, ist man immer etwas hoffnungslos.“ Wüssten die Deutschen davon mehr, „würde die Skepsis gegenüber der Marktwirtschaft und auch der Neid gegenüber Gutverdienern geringer sein“, meint Mr. Irwin (RP v. 4. März 2008). ->> Weiterlesen
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Die ökonomische Bildung der deutschen Abiturientia
Nicht jeder, der aus dem Rahmen fällt, war (vorher) im Bilde.
(Curt Goetz)
Deutsche Abiturienten wissen nicht nur nach der Ansicht von Fred B. Irwin, Chef der US-Handelskammer in Deutschland, wenig von Ökonomie. Immer wieder wurde Neschle dies aufgedrängt, wenn er zunächst das ökonomische „Wissen“ der abiturverbildeten Studienanfänger auf das Niveau der Sonderschüler bringen musste.
Neschle hat sich daher nach einer umfangreichen, über Jahre dauernden Studie mit vielen Echtzeit-Analysen die Mühe gemacht, dieses Wissen aufzuzeichnen. Hier nun das Ergebnis (Sascha, Kommentar zu Neschle 36, hatte die Idee zur Aufzeichnung!): ->> Weiterlesen
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Der Horror horrend hoher Honorare
We don’t need another hero
(Tina Turner)
Seit Monaten gibt es Diskussionen über Managerhonorare, deren Höhe und deren Entwicklung; über Unternehmensgewinne und deren Entwicklung. Weniger diskutiert wird über Einnahmen von Sport- oder Filmstars und deren Entwicklung; über Steuereinnahmen und deren Entwicklung. Doch überall horrend hohe Honorare! … Überall? „Normale“ Arbeitnehmer, Angestellte und Beamte fühlen sich abgehängt. Mit Recht! Für sie werden die horrend hohen Honorare der anderen zum Horror. ->> Weiterlesen
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Tags: Banken, Fussball, Gesellschaft, Lehre, Management, Medien, Politik, Staat, Unterhaltung, Unternehmen, Wissenschaft
Eine kleine Philosophie der Haus-, Seminar-, Fach-, (Fall)Studien-, Bachelor-, Master-, Diplom- und Doktorarbeit
The problem is all inside your head she said to me, the answer is easy if you take it logically
(Paul Simon)
Jährlich wandern etliche Haus-, Seminar-, Bachelor-, Master-, Diplom- und Doktorarbeiten über den Schreibtisch von Neschles Alter Ego. Dazu jede Menge Fallstudien, „Case Studies“ wie die Wichtigtuer der Jetztzeit sagen. Über die Jahre hat sich bei ihm daher neben Lachen von Weinen und zwischen Lachen und Weinen darüber ein umfassendes Wissen angesammelt. Nicht nur über die darin abgehandelten Inhalte, sondern auch über die Themenwahl, stilistische Fragen und darüber, was die „Philosophie“ solcher Arbeiten ist. ->> Weiterlesen
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