Compliance: Herrschaft von Form und Bagatelle statt Inhalt und Bedeutung.
Entlassung wegen Eselei?
Neschle schämt sich. Wenn er Vorlesungen hält, kommt er fast immer mit Folienstiften nach Hause. Einmal im Monat wird es (ihm) dann aber zu bunt. Er packt alle Stifte zusammen, um sie wieder im Schreibtisch in der Uni zu deponieren. Doch zu spät!
Brötchen-Bagatellen, Wurstzipfel-Wegnahme, Strom-Stehlen für das private Handy und die bekannte Pfandgutschein-Pferpfehlung: Alles wurde jüngst als Grund für eine Entlassung dargestellt. Wozu soll da Neschles „Filzen“ von Folienstiften führen?
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Tags: Anreizsysteme, Arbeitsmarkt, Bürokratie, Datenschutz, Eigentum, Gerechtigkeit, Gesellschaft, Medien, Moral, Politik, Staat, Werbung, Wirtschaft
Herr, Obama Dich unser!
Der Amerikaner entwickelt sich, bis er dreizehn Jahre ist. Danach wächst er nur noch.
(diabolisch-hyperbolische Hypothese)
Die Welt ist in Aufruhr, die Welt ist im Niedergang, die Welt steckt in der Krise. In einer Studie der Europäischen Kommission lese ich über die gefährliche Lage der LKW-Produktion: EU-weit seien die monatlichen Bestellungen von 38.000 im Januar 2008 auf 600 im November 2008 kollabiert, also von 100 auf 1,6 Prozent. Das ist merklich dramatischer, als wir das alle wahrhaben wollen.
Doch die Banker von der Mauerstraße genehmigen sich Ende Januar 2009 Leistungs-Prämien für Aktivitäten vor und während der Finanzkrise. In der Wall Street die Mauer vor den Köpfen und „Ich“ großgeschrieben! Schließlich hat man (sich) etwas geleistet, wenn so wenige Banker eine Krise dieses Ausmaßes lostreten.
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Noch ein Sündenbock für die Finanzkrise: die universitäre Lehre!
Den größten Fehler, den wir jetzt machen könnten, wäre die Schuld beim Trainer zu suchen.
(Karl-Heinz Körbel, Fußballtrainer in der Bankenmetropole Frankfurt)
Ein wenig verschmitzt begrüßten sie mich schon meine Studenten: zu einem Crash-Kurs über Finanzmanagement. Wie es sich für einen Crash-Kurs gehört, gab es den Zusammenstoß gleich zu Anfang: „Müssen Sie angesichts der Finanzkrise nicht ihre gesamte Lehre verändern? Müssen die Lehrbücher nicht neu geschrieben werden?“, war die diabolische Begrüßungsfrage. „Nein, ganz und gar nicht“, lautete meine für die Studenten überraschend provokative Antwort.
Alle dachten nämlich, ich würde nun Asche über mein Haupt streuen (müssen). Doch ich machte das Gegenteil: Keine Selbstkritik des Wissenschaftlers, keine Verantwortungsübernahme für die Finanzkrise? Nicht Schimpf und Schande auf das, was wir den Studenten seit Jahren beibringen. Nein!
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Gedicht des Tages
Wenn die Börsenkurse fallen,
regt sich Kummer fast bei allen,
aber manche blühen auf:
Ihr Rezept heißt Leerverkauf.
Keck verhökern diese Knaben
Dinge, die sie gar nicht haben,
treten selbst den Absturz los,
den sie brauchen - echt famos!
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Neschle-Depeschle-Neschle-Depeschle-Neschle-Depeschle
Für den kleinen Hunger zwischendurch: Der schnelle Einwurf in den Strafraum
Saarländer Déjà-vu: Erst Hohn-Ecker dann Lach-Fontäne?
(Neschle selbst)
Schöne neue Dach-Decker-Republik
Jetzt wird er wild, der Oskar. Nicht der Matzerath aus der Blechtrommel, den kaum der Grass wachsen hört! Auch nicht der verliehene Statist Oscar vom Film. – Nein, der fabelhafte Lafontaine, der schon früher Neigungen zum Rotlicht hatte. Der stellt jetzt ganz auf Rot um.
Oskar will jetzt Deutschlands Familiengesellschaften enteignen. Allererste sollen Maria-Elisabeth und ihr Sohn Georg sein. Die Schaefflers! Sie haben zu viel geschaeffelt! Denn so der rotbraune Oskar: „Kein Mensch kann in seinem Leben zehn Milliarden Euro auf verfassungsmäßige Weise anhäufen.“ (Hat er so gesagt!)
Oho! Lafontaine als oberster Verfassungsschützer und oberster Verfassungsrichter! Der macht nun kurzen Prozess mit den bösen Schaefflers! ->> Weiterlesen
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Nur ein schlechter Berater kann sein Honorar erklären!
When you counsel someone, you should appear to be reminding him of something he had forgotten, not of the light he was unable to see.
(Baltasar Gracián)
Wie soll ich es erklären? Am besten ich fange an mit einem Aha-Erlebnis. Vor Jahren schon erzählte mir ein Wirtschaftsprüfer, dass er sich viel Zeit für seine Mandanten nehme und diese Zeit dann in Rechnung stelle. Häufig kenne er jedoch bereits recht früh die Lösung des Mandantenproblems. Die verrate er jedoch dem Mandanten nicht, sondern schreibe sehr, sehr viele Stunden und verdiene auch sehr, sehr gut daran. –
Ist das nicht die Höhe? Statt auf den Mandanten und seine Kosten Rücksicht zu nehmen, nimmt der ihn aus wie eine Weihnachtsgans?! – Das war mein Schluss in dieser Sache. Ich war schnell dabei, dieses Verhalten des Wirtschaftsprüfers als stille Abzocke zu geißeln. Doch der erklärte es mir. Und ich verstand! ->> Weiterlesen
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Mehr Kreativität? Nein! Wiedererkennung durch Selbstkopie: Das ist es!
Mit Kreativität zum (Miss-)Erfolg
"Mit Kreativität zum Unternehmenserfolg" stand beim Querdenker-Club von Xing. – Was hat diese Überschrift selbst, außer der Kreativität darin, mit „Querdenken“ zu tun? Nichts! Wer glaubt nicht, dass er seinen Erfolg seiner Kreativität zu verdanken hat? Keiner jedenfalls in den „kreativen Berufen“. Fast jeder der wenigen Erfolgreichen dort denkt, Kreativität sei seine Erfolgsquelle. Auch in der Wissenschaft und Wirtschaft denkt man meist so. Doch beinahe das Gegenteil stimmt: ->> Weiterlesen
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Das lange Sterben des ganzen Satzes
Sprichst Du nur noch Power Point?
Gänze Sätze? War mal. Ist nicht. Nicht mehr. Heute: Power Point! – Was Power Point? – Ist in! Und Power Point ist, wenn schon hinter einzelne Wörter oder halbe Sätze ein kraftvoller Punkt. – Pardon: gesetzt wird. Oder ganz ohne Punkte. Ein Stakkato hinter Spiegelstrichen.
Es ist wie „Pochern“[1] auf seriös getrimmt. So wie Oliver Pocher spricht, nur schöner aufgemacht. Fast immer aber schlecht geordnet, miserabel gegliedert, ungewichtet und in einfache Schemen gepresst. Gut lesbar? Ja sicher. Absolut! Schöner Ausdruck mit sehr bildlichem Eindruck. Das ist das Wichtigste! Dazu amerikanisierter Sprachstil. Im Vortrag dann sowieso. ->> Weiterlesen
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Autokosten und Pendlerpauschale: Hartz IV ist für alle da!
Wer will denn noch zur Arbeit fahren?
Neschles und seine Ex-Verlobte hörten jüngst an einer Tankstelle einen jungen (Noch-)Arbeitnehmer sagen: „Dies ist mein letzter Besuch an der Tankstelle. Ich höre auf zu arbeiten und werde Hartz IV in Anspruch nehmen. Dann kann ich mein Auto abschaffen. Mit dem fahre ich sowieso nur zur Arbeit. Rechne ich die Kosten für mein Auto gegen meinen Arbeitslohn, habe ich heute weniger als bei Hartz IV.“ Murmelt es und bezahlt melancholisch seine vorerst letzte Tankrechnung. In bar!
„Außerdem kann ich meine Fahrtkosten zum Arbeitsplatz nicht mehr von der Steuer absetzen. Bei der Pendlerpauschale zickt die Bundesregierung ’rum. Wenn aber schon die Regierung meine Fahrt zum Arbeitsplatz wie eine Urlaubsfahrt behandelt, kann ich auch gleich selbst meine Dauer-Arbeit gegen Dauer-Urlaub nach Hartz IV umtauschen“, zischte er in sarkastischer Verzweiflung. ->> Weiterlesen
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Die Märkte sind besoffen, ekstatisch und erratisch.
Informationen sind schnell. Wahrheit braucht Zeit.
(unbekannter Schlaumeier)
In der Informationsgesellschaft scheinen die weltweiten Märkte schlechter zu funktionieren. Die Preisausschläge sind ekstatischer und erratischer. Die Märkte schwanken von einem Extrem ins andere, als seien sie besoffen. Die Milchpreise, für die Bauern jüngst auf die Straße gingen, sind nur ein Indiz. Folgenreicher sind die Preissprünge auf den Energiemärkten. Vorbei sind die Zeiten, wo sich die Tankstellenpreise im Monat mal um einen oder zwei Pfennige bewegten. Heute springen sie täglich fast zehnmal so hoch oder tief. Wie kommt das?
Weil die Marktteilnehmer immer hektischer reagieren. Weil die Basis ihrer Reaktion wüste Spekulation ist. Scheininformation, die ihre Grundlage nicht in fundamentalen Faktoren hat, sondern nur im vermuteten Mehr-Wissen anderer. Diese Information ist schneller als die Wahrheit. Man agiert nicht mehr danach, was man für richtig hält, sondern reagiert abhängig von dem, was andere tun. Dabei hat man die stille Vermutung, die könnten mehr wissen als man selbst und ihre „Insiderkenntnisse“ zu Gold machen. Bei eigenem Unwissen lautet das Motto: Folge dem vermeintlich Schlauen und das so schnell wie möglich! Automatisch und mit unreflektierten Reflexen. ->> Weiterlesen
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