Was wollt Ihr mit Euren Ran-KINGs?
Es geht nichts über eine ungepflegte Publikumsbeschimpfung. Wenn man sie pflegt! (Neschle)
Ihr seid alle bekloppt! Ihr habt die Demokratie erfunden und habt behauptet: „Alle Menschen sind gleich!“ Das hat sich für Euch nicht bewährt: Jeder von Euch Hirntoten bekommt zwar bei jeder Wahl die gleiche Stimme, aber Ihr verzichtet auf ihren Gebrauch. Ihr wollt sie doch gar nicht: die Gleichheit! Ihr wollt nur ranken und raten, Rankings und Ratings. Und das alles mit englischem „ähhhh“.
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Tags: Anreizsysteme, Finanzkrise, Fussball, Gerechtigkeit, Gesellschaft, Management, Medien, Moral, Philosophie, Rating, Sprache, Staat, Universität, Unterhaltung, Wirtschaft, Wissenschaft
Personallehre ist doch sooo einfach!?
Ich kann überall auf der Welt leben – wenn das Personal stimmt! (Eine Frau des Hauses, keine „Hausfrau“)
Aller guten Dinge sind drei: In der Finanzwirtschaft sind es Rentabilität, Liquidität und Risiko; in der Personalwirtschaft „vermutlich“ Intelligenz, Loyalität und Fleiß [1]. Diese drei Faktoren prägen in unterschiedlicher Kombination die Qualität von Mitarbeitern und Vorgesetzten. Durch Kombination dieser Faktoren schafft es Neschle ganz unabhängig von der wissenschaftlichen Personalwirtschaftslehre, sich durch schieres Handwerk seine eigene Typologie der Mitarbeiter zurechtzuzimmern.
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Gender-Tender: Diskriminieren „zwischen“, „nach“ und „von“(I).
In unserer Gesellschaft werden Frauen manchmal diskriminiert, in meiner Gesellschaft nicht. (Neschle).
Neschle hat neulich einen Forschungsantrag eingereicht. Dabei musste er unterschreiben, dass mindestens 40% der Arbeit von Frauen geleistet wird. Ohne diese Unterschrift hätte er den Antrag nicht einreichen können, geschweige denn, den Forschungsauftrag erhalten.
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Tags: Arbeitsmarkt, Bürokratie, Forschung, Gerechtigkeit, Gesellschaft, Kultur, Lehre, Moral, Philosophie, Politik, Staat, Wissenschaft
Wer setzt eigentlich die „Zeitzeichen?“
Nach dem Jahresrückblick der Medien sind nur Schauspieler, Sänger, Sportler oder Politiker gestorben, aber keine Wissenschaftler, Erfinder oder Unternehmer. (Neschle)
Am 6. Dezember 2009 moderierte Thomas Gottschalk die Sendung „Menschen 2009“. Darin ein Passus über die 2009 verstorbenen Menschen. Posthum und einzeln gewürdigt werden vor allem Schauspieler, danach Sportler, einige Politiker und der Sänger Michael Jackson. Davor und danach werden eine Reihe nicht bekannter Menschen namenlos erwähnt, die bei Unglücksfällen oder terroristischen Aktionen ums Leben kamen. Die sind so etwas wie der „Unbekannte Soldat“ im Krieg.
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Die Bologna-Blöden: Verschulung der Lehre, Leere durch Verschulung.
Es gibt einen Unterschied zwischen Bildung und Ausbildung, der nicht nur Einbildung ist. (Leon Neschle)
Mit Leon Neschle 1 „Bachelor und Master: Gesellen und Meister für die akademischen Zünfte“ hat dieser Blog im Februar 2007 angefangen. Das war kein Zufall! Neschle war in Sorge um die akademische Bildung in Deutschland. Mit Leon Neschle 32 „Zwei-Master, Drei-Master, Vier-Master segeln im rosaroten Bildungs-Mehr“ hat er Ende 2007 nachgelegt, um weitere Auswüchse des Mehrfach-Masterns und des Bachelorismus anzuprangern. Fast drei Jahre hat es gedauert, bis sich in Studentenprotesten vieles davon wiederfindet. Studenten und Professoren haben auszubaden, was bornierte und nun auch blamierte Bildungspolitiker ihnen auferlegt haben.
Wie sich Bologna-Blödheit auswirkt (aber auch wie man sie bekämpfen kann), konnte Neschles Alter Ego auf einem Seminar über „Managervergütung und Managerhaftung“ erfahren, das er am letzten Wochenende (Freitag bis Sonntag) mit einem Sponsor aus der Praxis an einem auswärtigen Tagungsort abhielt:
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Noch ein Sündenbock für die Finanzkrise: die universitäre Lehre!
Den größten Fehler, den wir jetzt machen könnten, wäre die Schuld beim Trainer zu suchen.
(Karl-Heinz Körbel, Fußballtrainer in der Bankenmetropole Frankfurt)
Ein wenig verschmitzt begrüßten sie mich schon meine Studenten: zu einem Crash-Kurs über Finanzmanagement. Wie es sich für einen Crash-Kurs gehört, gab es den Zusammenstoß gleich zu Anfang: „Müssen Sie angesichts der Finanzkrise nicht ihre gesamte Lehre verändern? Müssen die Lehrbücher nicht neu geschrieben werden?“, war die diabolische Begrüßungsfrage. „Nein, ganz und gar nicht“, lautete meine für die Studenten überraschend provokative Antwort.
Alle dachten nämlich, ich würde nun Asche über mein Haupt streuen (müssen). Doch ich machte das Gegenteil: Keine Selbstkritik des Wissenschaftlers, keine Verantwortungsübernahme für die Finanzkrise? Nicht Schimpf und Schande auf das, was wir den Studenten seit Jahren beibringen. Nein!
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Eure Exzellenz? – Das ist nicht meine Exzellenz!
Was der Exzellenzinitiative deutscher Universitäten am meisten fehlt, ist die Exzellenz dieser Initiative.
(Neschle)
Der aktuelle Leitspruch deutscher Universitäten ist: „Wir wollen fortan absolut exzellent werden und künftig nur noch ex-Elend sein!“ Je mehr man hierzulande so denkt, umso mehr wird getan, um diese Exzellenz zu verhindern. Und das auch noch mit keinen Mitteln, jedenfalls nicht mit solchen, die mit einer amerikanischen Vorzeigehochschule vergleichbar wären. Was Harvard während der Subprime-Krise an Vermögenswerten verloren haben soll, nämlich etwa 8 Mrd. Euro, kann keine deutsche Hochschule verlieren, weil sie nicht einmal annähernd so viel hat.
Daher ist an deutschen Hochschulen seit einiger Zeit der Kampf um „Drittmittel“ ausgerufen, um Geld, das „Private“ den Universitäten für Forschung und Lehre zur Verfügung stellen („sollen“). Zudem fördert nun auch der Staat ausgesuchte Hochschulen, falls diese die von ihm vorgegebenen Güte-Kriterien der „Exzellenz“ erfüllen. –
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Die Märkte sind besoffen, ekstatisch und erratisch.
Informationen sind schnell. Wahrheit braucht Zeit.
(unbekannter Schlaumeier)
In der Informationsgesellschaft scheinen die weltweiten Märkte schlechter zu funktionieren. Die Preisausschläge sind ekstatischer und erratischer. Die Märkte schwanken von einem Extrem ins andere, als seien sie besoffen. Die Milchpreise, für die Bauern jüngst auf die Straße gingen, sind nur ein Indiz. Folgenreicher sind die Preissprünge auf den Energiemärkten. Vorbei sind die Zeiten, wo sich die Tankstellenpreise im Monat mal um einen oder zwei Pfennige bewegten. Heute springen sie täglich fast zehnmal so hoch oder tief. Wie kommt das?
Weil die Marktteilnehmer immer hektischer reagieren. Weil die Basis ihrer Reaktion wüste Spekulation ist. Scheininformation, die ihre Grundlage nicht in fundamentalen Faktoren hat, sondern nur im vermuteten Mehr-Wissen anderer. Diese Information ist schneller als die Wahrheit. Man agiert nicht mehr danach, was man für richtig hält, sondern reagiert abhängig von dem, was andere tun. Dabei hat man die stille Vermutung, die könnten mehr wissen als man selbst und ihre „Insiderkenntnisse“ zu Gold machen. Bei eigenem Unwissen lautet das Motto: Folge dem vermeintlich Schlauen und das so schnell wie möglich! Automatisch und mit unreflektierten Reflexen. ->> Weiterlesen
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Allein der Scharfsinn ist willkommen, doch es will nur Schafsinn kommen
Prosodie verlass uns nie!
(fordert Neschles bester Bekannter)
Neschle stellt immer wieder fest: Nur wer musikalisch ist, findet auch den Ton in einer fremden Sprache. Nur wer die Musik beim Sprechen spürt, hört sich so an, wie sich ein Einheimischer anhören könnte. Das gilt nicht nur für tonale Sprachen wie Mandarin, in dem der Ton bei einzelnen Silben auch die Bedeutung macht. Musik ist wie die Mathematik eine Welt-Sprache, doch jede Sprache ist auch Musik.
Die Frage „Was willst Du denn schon wieder?“ scheint im Deutschen schriftlich klar formuliert. Und doch wird gesprochen (oder gesungen) aus ihr etwas völlig anderes je nachdem, welche Sprachmusik man hineinsteckt. „Prosodie“ oder „Prosodik“ nennt man diese Sprachmusik, „prosodisch“ ihren Ausdruck. Der Duden definiert „Prosodie“ hochgestochen als „Lehre von der metrisch-rhythmischen Behandlung der Sprache“.
Wie kommt Neschle auf solch ein Thema? Per Zufall, denn er hatte neulich einen Dissertationsentwurf auf dem Tisch, in dem Prosodie eine wichtige Rolle spielte. ->> Weiterlesen
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Formel 1 ersetzt Straßenverkehr
Das Schiff hat Schlagseite. Wir können es nur wieder aufrichten, wenn wir alle auf dieselbe Seite gehen
(Willi Entenmann, Ex-Trainer des VfB Stuttgart)
Neulich in Düsseldorf: Eine Diskussion unter Bankern über die Subprime-Krise. Neschle hatte in zwei Essays schon eine ganze Kollektion von Ursachen dafür genannt (Neschle 33 und 41). Die wurden dort zum Teil erwähnt. Aber die Übertragung der Krise nach Deutschland wurde durch weitere Ursachen ergänzt, die auf intimen Kenntnissen beruhen: „Da kommen die Verträge an mit drei Ordnern ‚Allgemeine Geschäftsbedingungen’. Auf Englisch! Ja meinen Sie, die liest einer hier durch? Wir vertrauen da den amerikanischen Kollegen und den Rating-Agenturen.“ Oder: „Wer hebt denn in Deutschland den Finger und fragt nach? Da gibt man sich die Blöße, vom modernen Banking nichts zu verstehen. Modernes Banking ist für die meisten von uns identisch mit dem amerikanischen. Da denkt keiner mehr nach. Aber das ist in der Wissenschaft doch nicht anders. Auch die ist ja völlig amerikanisiert.“ Fast hätte Neschle noch hinzugefügt: „Was aus den USA kommt, wird hier doch gefressen wie Hamburger aus den Donald-Stuben“(Neschle 36). ->> Weiterlesen
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