Au … Aufschrei 27

Sie Planen Dämliches: Einkommensflöze für Nichtsportler und Nichtkünstler! – Da sieht Neschle schwarz!

Collarisierung des Arbeitseinkommens

Gerade noch ging es um diejenigen, die „zu wenig“ verdienen. Mindestlohn war da die „Lösung“. Nun geht es um die, die aus Sicht der SPD „zu viel“ verdienen. Nein, nicht um Top-Profi-Golfer, Tennisspieler, Autorennfahrer oder Fußballspieler. Die verdienen nicht zu viel! Das sind Künstler! Denen kann weiter jeder Veranstalter oder Verein bezahlen, was er will. Die tun ja auch wichtige Dinge: Sie beschäftigen den gemeinen Malocher am Wochenende. Das entspannt ihn, lässt ihn ausspannen.

Aber diejenigen, die uns während der Woche beschäftigen und dem Arbeitsleid aussetzen, die Top-Manager der großen Aktiengesellschaften sollen nicht mehr verdienen als sozial gerade noch „angemessene“ 1 Mio., meint Herr Heil, der Generalsekretär, und mit ihm seine SPD. Eine Erklärung für diese Summe gibt es nicht. Die ist irgendwie in den Bäuchen von SPD-Politikern entstanden, vielleicht sogar allein im Bauch von Herrn Heil, aus dem sie freilich viel zu früh geboren wurde.

Wenn bei uns Heil gerufen wird, sollten wir aber immer vorsichtig sein. Auch wenn es hier nur der HaHa ist, der Hubertus Heil. Es ist da in Deutschland nämlich wie bei einem Magneten: Man ruft zwar Heil, aber schon wird das Un-Heil angezogen. –

So ganz richtig ist das allerdings nicht dargestellt. Eigentlich soll mal wieder unser Steuersystem hin- und herhalten für ökonomischen Schwachsinn, was bei der SPD nur ein anderes Wort für „soziale Gerechtigkeit“ ist. Oberhalb von einer Million soll die steuerliche Abzugsfähigkeit bei Managereinkommen eingeschränkt werden. Ein höheres Arbeitseinkommen (einschließlich der Abfindungen) darf nur noch zur Hälfte steuerlich abgezogen werden.

Was dann auch abgezogen wird und zwar aus Deutschland, ist die Hälfte Unternehmensleitungen der internationalen Konzerne. Denn das sind die einzigen, die solch hohe Vorstandsgehälter zahlen (können). Nur sie können deshalb „Management-Stars“ nach Deutschland holen oder in Deutschland halten. Beim Fußball sind es ja auch nur die ersten Vereine der ersten Liga, die internationale Stars holen und nationale Stars halten können.

Um eine Lösung ist bei diesen Gesellschaften niemand verlegen: Nur den Sitz ins Ausland verlegen. Sofern sich die (Damen und) Herren dann nicht mehr als die Hälfte des Jahres in Deutschland aufhalten, hat der deutsche Fiskus nach den Regeln des Internationalen Steuerrechts keinen direkten Zugriff mehr auf ihr gesamtes Arbeitseinkommen. Nur für eine Übergangszeit wird das anders aussehen. Und das geht so:

Die Kapitaleinkünfte sind von dieser Neuregelung nicht betroffen. Für die wurde ja erst jüngst die Abgeltungssteuer eingeführt: 25%. Das ohnehin schon doppelt so hoch besteuerte Arbeitseinkommen (mit Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer) soll dagegen nun indirekt noch stärker besteuert werden, oberhalb der einen Million. Die schon bestehende „Steuerspreizung“ zwischen den Einkunftsarten von Großverdienern wird dadurch weiter erhöht.

Was werden wir da erleben? Eine kräftige Umschichtung in Richtung Kapitaleinkünfte. Die Manager werden aushandeln, dass sie frühzeitig vor Einführung eines solchen Gesetzes genügend Aktien bekommen, deren voraussichtliche Dividende und Kurssteigerung ihre Einbußen beim Arbeitseinkommen (über-)kompensiert. Das werden sie können, denn international haben Management-Stars durchaus eine solche Verhandlungsmacht. Danach haben sie immer noch genügend Zeit, die Geschäftsleitung und ihren Wohnsitz aus Deutschland zu verlegen. Wir werden also die Stars der Managementszene nicht mehr in Deutschland haben.

Würden wir das auf Bayern München übertragen, würden die Bayern ohne Ribery und Toni antreten müssen, die am Wochenende wieder einmal bewiesen haben, wie wertvoll sie für den Erfolg der Mannschaft sind. Beim Fußball verstehen das auch die Leute von der SPD und von der Linken, aber nicht bei Aktiengesellschaften, die mit internationalem Auftritt in der Champions League der Unternehmungen spielen. Der Teufel weiß warum!

Kaum jemand regt sich darüber auf, wenn Michael Schumacher oder Ballack das Millionenfache von Hobbyfahrern oder Hobbyfußballern verdienen und es außerhalb dieses Landes versteuern. Eigentlich kann man diese Relation, anders als bei Arbeitnehmern und Vorstand, gar nicht ausrechnen. Denn Freunde des Sports bringen sogar Geld mit, um ihr Hobby auszuüben. Dasselbe gilt für die Rolling Stones im Vergleich zu der Band, mit der Neschles Alter Ego ab und zu und an und ab auftritt. Ja, die Profis haben eben ihre Fans und (wie jeder Mensch) ein Monopol auf ihre individuellen Leistungen. Dieses Monopol dürfen sie nutzen, so weit es nutzbar ist (Bei Radrennfahrern ist das ja mittlerweile fraglich geworden).

Aber warum billigt man diese Einmaligkeit nicht auch Top-Managern zu. Auch da gibt es Stars, die von den „Vereinen“ kräftig umworben sind. Und die „Vereine“ zahlen schließlich das Gehalt. Manager gelten aber offenbar für die SPD als jederzeit leicht ersetzbar, weshalb zugleich die mit ihnen ausgehandelten Gehälter als völlig überzogen gelten, ja sogar als perfide und pervers.

Bei Fußballtrainern ist das völlig anders. Die Leistung des Teams hängt entscheidend von ihnen ab. Da ist es wichtig, ob der Trainer Doll oder Dick (Advokat) ist. Beim Wiedeking oder Zumwinkel gilt das sicher nicht. Die könnte man ohne weiteres durch Wiedewinkel und Zumking ersetzen!??? –Da muss man ja saudoof, plemplem und deppert sein und das Un-Denken erfunden haben, um das zu glauben. –

Nachdem mit dem Mindestlohn der Boden eingezogen ist, kommt nun von oben die Decke. Jetzt geht es, natürlich nur da, wo richtig gearbeitet, aber nicht wo gespielt wird, einkommensmäßig zu wie im Flöz auf der siebten Sohle. Bei Optionen, bei denen sowohl Verlust- als auch Gewinnmöglichkeiten begrenzt sind, spricht man von einem „Collar“, einem Kragen. Der platzt Neschle, wenn er sich ausmalt, dass so ein Vorschlag von einer deutschen Partei kommt. Nur der Linken hätte er das zugetraut.

Nachdem jetzt schon unsere Ärzte in England und in den USA arbeiten, werden es bald auch unsere Manager tun. Neschles Alter Ego wird Leute mit deutschen Steuergeldern ausbilden, die dieses Land verlassen, weil ihre Konzernzentralen überall auf der Welt sitzen, nur nicht in Deutschland. Hier bleiben nur die mit einem Verdienst von maximal 999.999,99 Euro. Aber eine Million heute sind nicht eine Million morgen. Der Staat ist da Inflationsgewinner, wenn auch nur vordergründig. Weil wir bei der fortschreitenden Inflation bald nämlich alle so viel verdienen, sollten wir schon mal unsere Koffer packen. Mit Idioten, die solche Vorschläge machen, will man ja ohnehin nicht mehr in einem Land wohnen.

Doch ein Lob muss Neschle ihnen aussprechen, denn keiner ist so schlecht, dass er nicht wenigstens als schlechtes Beispiel dienen kann: Wer nach einem optimalen Weg sucht, mit Steuererhöhungen die Steuereinnahmen drastisch zu verringern, der dürfte mit diesem Vorschlag fündig geworden sein.

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3 Responses to “Au … Aufschrei 27”

  1. Neschle selbst Says:

    Hallo Ihr (vergeblich) Hoffenden!

    Jetzt kommt auch noch der Sommer daher, bevor der Frühling zu Ende ist. Der ist DBG-Chef und will ab 250.000 Euro (vielleicht weil er selbst nach Abzug seiner erheblichen Werbungskosten gerade noch knapp darunter liegt!?) auf einmal “so etwas wie eine Managersteuer(!)” (Das ist wörtlich zitiert!!!). Auf diese Weise will er zwar Ackermann und Wiedeking vertreiben, aber den deutschen Arbeitnehmern weder Luca Toni noch Gottschalk vorenthalten. So ähnlich hat es jedenfalls der Fuchs von der CDU beschrieben.

    Neschle schlägt vor, demnächst auch eine Gewerkschaftsführer-, Politiker- (gestaffelt nach Kommunal-, Landes- und Bundespolitiker), Showmaster-, Fußballspieler-, Professoren-, Landwirte-, Steuerberater-, Justizangestellten-, Sekretärinnen-, Museumswärter-, Bardamen-, Pförtner-, Studenten- und Fußpflegersteuer einzuführen.

    Vielleicht begreift jetzt irgendjemand mal, wie wenig das mit einem Steuersystem zu tun hat, das irgendjemand noch als “gerecht” bezeichnen könnte. Das geht zum Glück nie durch vor unserem Verfassungsgericht. Aber wie wenig Gespür dafür muss man haben, wenn man überhaupt solche Vorschläge macht. Da muss man ja fast das Wort “Verfassungsfeind” neu definieren.

    Reich macht zudem nicht die Quelle der Einkünfte, sondern allein die Summe. Und dann muss es auch Ribery, Toni, Podolski, Kuranyi und Co. an die Waden gehen! Die Leute, denen der Sommer da den Winter bereiten will, zahlen als 10 Prozent unserer Bevölkerung 50 Prozent unserer Einkommensteuer. Könnte der Sommer erst mit 70 oder 90 Prozent warm werden? Bei Gysi und Co. rechnet Neschle ja schon damit. Die machen sich ja die Geschäftspolitik des Pleiteunternehmens DDR offen zum Vorbild. Dass die nun aber auch von Sommer und der SPD entdeckt wurde!

    Es gibt doch auch so etwas wie eine Gerechtigkeit freiwilliger Vereinbarungen im Spiel, das sich “Wirtschaft” nennt. Das bedingt für den Staat auch, die Ergebnisse dortiger Verhandlungen anzuerkennen, wenn es keinen Regelverstoß gab. Sonst schlägt Neschle demnächst vor, auch das Ergebnis jedes Fußballspiels nachträglich am grünen Tisch zu korrigieren. Genau das geschieht hier. Doch wer hat in einer solchen Liga noch Spaß am Fußballspiel?

    Noch nie so viele Deutsche wie jetzt sind ausgewandert. Die Presse schreibt “wegen besserer Jobmöglichkeiten im Ausland”. Hauptziel sind aber nicht die USA oder Canada, sondern die Schweiz. Da sollte die Presse doch noch einaml recherchieren. Die Schweizer Anwälte, die sich darin verstehen aus ehemals Deutschen Schweizer zu machen, erzählen nämlich etwas anderes. Denen verschafft der Sommer weiterhin den Platz an der Sonne. Wann wird’s auch hier mal wieder richtig Sommer?

    In abgrundtiefer Verzweiflung

    Euer Neschle

  2. Claudia Überall Says:

    Wunderbar!

    Ich habe schon geglaubt, ich bin die einzig “unsoziale” Person. Aber wie ich sehe - es gibt “Gleichdenker”!

    Leider doch noch zu wenige, denn wo soll ein Land landen, wenn immer nur billige Arbeitsplätze geschaffen und verteidigt werden, und diejenigen, die für solche Arbeitesplätze Firmen gründen und/oder führen sollen, aber dafür die Säckel des Staates doch bitte kräftig befüllen müssen….von Kleinunternehmen mal ganz zu schweigen!

    Bleibt die Frage: Wie lange kann sich dieser Staat diese Art von sozialer Gerechtigkeit noch leisten?

  3. Oskar Zubrod Says:

    Ich bin hier über Google auf den Blog gestossen. Wenn ich mal fragen darf, wieviel Besucher habt ihr denn so täglich? Macht Ihr irgend etwas in Richtung Suchmaschinenoptimierung? Oder hat sich das eher von selbst im Internet herumgesprochen und dementsprechend verlinkt?

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